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Legendär - Checkpoint Charlie

Am legendären Grenzübergang Checkpoint Charlie, wo die Friedrichstraße die Kochstraße kreuzt, begann über Jahre hinweg eine andere Welt. Am 13. August 1961 erlebte die Friedrichstraße ungewöhnliche Hektik. Lastkraftwagen donnerten durch die Dunkelheit, Jeeps und Polizeiwagen jagten vorweg. Ein Teil der Truppen hatte am Bahnhof Endstation, eine weitere Formation zweigte an den Linden ab und preschte zum Brandenburger Tor. Der noch ansehnliche Rest setzte seine Fahrt bis zur Zimmerstraße fort. Militärische Kommandos erfüllten die Luft. In fieberhafter Eile entstanden zunächst provisorische Straßensperren. Dreizehn offene Kontrollpunkte wurden an jenem 13. August eingerichtet, einer davon im Bereich Friedrich-/Ecke Zimmerstraße. Er bekam auf westlicher Seite nach amerikanischer Nommenklatur den Namen Checkpoint Charllie. Im Herbst 1961 nahm die politische Spannung in der Stadt, in Europa, in der Welt zu. Die Konfrontationslinie in der Friedrichstraße wurde im Oktober 1961 zur Frage von Krieg und Frieden. Am 25. Oktober gingen am Checkpoint Charlie mehrere US-Panzer in Stellung. Am nächsten Tag postierten sich im östlichen Teil der Friedrichstraße zehn sowjetische Panzer. Nicht einmal 200 Meter entfernt standen sich die Streitkräfte der ehemaligen Siegermächte gegenüber, die Panzerrohre aufeinander gerichtet. Achtundvierzig Stunden lang reckten die Panzer drohend ihre Geschützrohre gegeneinander. Am Morgen des 28. Oktober zogen sich die sowjetischen Soldaten zurück, nachdem Staatschef Chruschtschow persönlich den Befehl dazu gegeben hatte. Zuvor hatte sich der US-Präsident telefonisch für eine Entschärfung des Konflikts eingesetzt. Kurz darauf räumten auch die amerikanischen Panzer die Stellung. Nicht zuletzt wegen dieser Tage im Oktober wurde das politische Bauwerk Mauer zum Schauplatz spektakulärer Auftritte. Immer mal wieder tauchten Politiker von Rang am Checkpoint Charlie auf. Im Juni 1963 machte sich der US-Präsident John F. Kennedy ein Bild davon. Gemeinsam mit Bundeskanzler Adenauer und dem Berliner Regierenden Bürgermeister Willy Brandt stieg er auf das Holzpodest auf der westlichen Seite der Friedrichstraße und ließ sich Mauer und Grenzanlagen zeigen. Die Tennlinie zwischen dem amerikanischen und sowjetischen Sektor war immer wieder ein Ort für Demonstrationen, hier gelangen Fluchten oder scheiterten kurz vor dem weißen Grenzstrich. Am 17. Ausgust 1962 verblutete Peter Fechter vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Am 22. Juni 1990 schließlich wird der Checkpoint Charlie in Gegenwart der Außenminister der vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges und der beiden deutschen Staaten in einer feierlichen Zeremonie abgebaut.
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Flucht macht erfinderisch
Was in den 28 Jahren dazwischen am Checkpoint Charlie und an anderen Stellen der Mauer geschehen war, dokumentiert die Arbeitsgemeinschaft 13. August im Mauermuseum in der Friedrichstraße 44. Das »Haus am Checkpoint Charlie« wurde schon im Juni 1963 eröffnet und zu einer Insel der Freiheit im letzten Gebäude direkt vor der Grenze. Hier konnten Fluchthelfer durch ein kleines Fenster alle Bewegungen am Grenzübergang beobachten. Hier fanden Geflüchtete Unterstützung. Hier wurden Fluchpläne ausgedacht. Das Museum »Haus am Checkpoint Charlie«, kurz Mauermuseum, erinnert an Opfer von Grenzzwischenfällen und zeigt Fluchtobjekte unterschiedlicher Art: Heißluftballons, ein Mini-U-Boot, ein selbstgebauter Motordrachen, Fluchtautos, umgebaute Musiktruhen und anderes mehr. All die ausgestellten Fluchtutensilien und Dokumente veranschaulichen das Drama der deutsch-deutschen Grenze. zurück
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